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Natasza deddner

Konzeptkünstlerin 

 

Der Art, Research & Innovation Hub Studio Natasza Deddner entwickelt sich aus der langjährigen künstlerischen und philosophischen Arbeit. Scholê Kosmía bildet dabei den geistigen Ausgangspunkt und versteht sich als freier Denkraum, in dem Fragen nach Wahrnehmung, Selbstverständnis, Identität, gesellschaftlichen Strukturen und der Beziehung zwischen Mensch und Welt untersucht werden. Es entsteht ein Raum der Reflexion, in dem Zusammenhänge betrachtet, Perspektiven erweitert und Grundlagen für bewusste Haltung und Handlung entwickelt werden.
Die ursprüngliche Idee war die Schaffung eines Ortes für Artist in Residence Programme. Daraus entwickelte sich die Vorstellung eines umfassenderen Raumes, in dem künstlerische Arbeit, Forschung, Austausch und gemeinsame Entwicklung miteinander verbunden werden. Diese Entwicklung führte zur Idee des Art, Research & Innovation Hub Studio Natasza Deddner. Während Scholê Kosmía als Denkraum unabhängig von einem physischen Ort besteht, entsteht der Art, Research & Innovation Hub Studio Natasza Deddner als konkreter Ort der Begegnung, Forschung und praktischen Arbeit. Der Ort bildet den räumlichen Rahmen, in dem künstlerische, philosophische, wissenschaftliche und handwerkliche Prozesse zusammengeführt, vertieft und weiterentwickelt werden können.
Der Hub entsteht für Menschen, die eine ähnliche Haltung gegenüber ihrer Arbeit teilen: Sie setzen sich intensiv mit Fragen auseinander, untersuchen bestehende Perspektiven und eröffnen durch ihre Tätigkeit neue Sichtweisen. Aus unterschiedlichen Bereichen kommend, bringen sie ihre Erfahrungen, Perspektiven und Arbeitsweisen ein, um sich mit den ökologischen, gesellschaftlichen und technischen Herausforderungen unserer Zeit auseinanderzusetzen und neue Wege für ein gutes und verantwortungsvolles Leben unter den sich verändernden klimatischen Bedingungen zu entwickeln.

Die Grundlage der Arbeit bildet die philosophische Auseinandersetzung mit Wahrnehmung, Denken und Selbstverständnis. Wahrnehmung eröffnet den Zugang zur Welt, Reflexion schafft den Raum der Betrachtung und Selbstverständnis bildet die Grundlage für Haltung und Handlung. Aus dieser Auseinandersetzung entstehen Ideen, Fragestellungen und künstlerische Arbeiten, die sich mit menschlicher Existenz, gesellschaftlichen Strukturen und der Beziehung zwischen Mensch und Welt beschäftigen. Die Form der Arbeit entwickelt sich aus der jeweiligen Fragestellung und kann unterschiedliche Ausdrucksformen annehmen. Der zukünftige Hub basiert auf dem Verständnis, dass die unterschiedlichen Bereiche menschlichen Lebens miteinander verbunden und voneinander abhängig sind. Der Mensch steht in ständiger Beziehung zu natürlichen, gesellschaftlichen, kulturellen und technologischen Bedingungen. Kunst, Philosophie, Wissenschaft, Architektur, Handwerk und Technologie besitzen jeweils eigene Methoden und Ausdrucksformen und stehen zugleich in fortlaufender Wechselwirkung. Kunst bildet dabei eine besondere Form der Wahrnehmung und Auseinandersetzung mit der Welt. Künstlerische Prozesse eröffnen neue Perspektiven, hinterfragen bestehende Denkweisen und können durch experimentelle Herangehensweisen neue Verbindungen zwischen unterschiedlichen Bereichen herstellen. In Zusammenarbeit mit Menschen aus Wissenschaft, Technik, Handwerk und anderen gesellschaftlichen Bereichen können daraus neue Fragestellungen, kreative Lösungsansätze und gemeinsame Entwicklungsprozesse entstehen. Die Verbindung unterschiedlicher Erfahrungen und Denkweisen erweitert die Möglichkeiten, komplexe Herausforderungen zu betrachten und neue Wege zu entwickeln. 
Der Mensch ist nicht außerhalb der Natur, sondern ein Teil ihrer Prozesse. Alles, was aus menschlichem Denken, Wissen und Schaffen entsteht, ist somit ebenfalls Teil eines natürlichen Prozesses. Unsere Kulturen, Technologien und sozialen Systeme sind Ausdruck unserer eigenen Entwicklung. Die entscheidende Frage ist daher nicht, ob etwas vom Menschen geschaffen wurde und dadurch künstlich ist. Die entscheidende Frage ist, aus welchem Bewusstsein heraus wir erschaffen und handeln. Wenn wir uns als Teil der natürlichen Kreisläufe verstehen, können unsere Systeme in Beziehung zu den Bedingungen des Lebens stehen. Wenn wir uns hingegen als getrennt von der Natur betrachten, können Systeme entstehen, die ihren ursprünglichen Zweck verlieren und sich von den Menschen und den Grundlagen des Lebens entfernen.
Komplexe Systeme können eine eigene Dynamik entwickeln und sich verselbstständigen. Auch dies ist ein natürlicher Prozess von Entwicklung und Emergenz. Die Aufgabe des Menschen besteht deshalb nicht darin, Natur und menschliche Schöpfungen gegeneinanderzustellen, sondern eine bewusste Beziehung zwischen beiden herzustellen.

Es geht darum, wieder zu erkennen, dass wir nicht außerhalb der Natur stehen, sondern Teil eines größeren Zusammenhangs sind. Aus dieser Erkenntnis heraus können neue Formen des Zusammenlebens, neue Lebensräume und neue Systeme entstehen, die nicht gegen die natürlichen Kreisläufe arbeiten, sondern mit ihnen verbunden sind.

Im Hub kommen Menschen aus unterschiedlichen Bereichen und Regionen der Welt zusammen. Künstler, Forscher, Architekten, Handwerker, Technologen und weitere Beteiligte bringen ihre jeweiligen Erfahrungen, Arbeitsweisen und kulturellen Perspektiven ein. Die internationale Zusammensetzung schafft einen Raum, in dem unterschiedliche Lebensrealitäten, Wissensformen und Herangehensweisen miteinander in Verbindung treten. Aus dieser Vielfalt entstehen neue Fragestellungen, Erkenntnisse und gemeinsame Entwicklungsprozesse. Der Hub soll als künstlerische, philosophische und angewandte Forschungsstelle entstehen, in der Untersuchung, Gestaltung, Beobachtung und praktische Erfahrung miteinander verbunden werden. Forschung entwickelt sich dabei aus dem unmittelbaren Bezug zwischen Denken, Material, Ort und Handlung. Bestehende Forschungsergebnisse werden aufgegriffen, weitergedacht und in neue Zusammenhänge überführt. Gleichzeitig entstehen Räume für die Entwicklung und Erprobung neuer Ideen, Methoden und Lösungsansätze. Wenn es für den Forschungsprozess sinnvoll ist, können daraus Prototypen entstehen, die untersucht, weiterentwickelt und in geeigneter Form sichtbar gemacht werden. Der Ort selbst wird zum Forschungsfeld. Materialien, Bauweisen, ökologische Systeme, technische Lösungen und Formen des Zusammenlebens werden untersucht, dokumentiert und weiterentwickelt. Erkenntnisse entstehen durch die Verbindung von Reflexion, Experiment und konkreter Erfahrung.

Der geplante Standort in Marokko bildet den Ausgangspunkt dieser Entwicklung. Die klimatischen, landschaftlichen und kulturellen Bedingungen des Ortes bilden eine wesentliche Grundlage der Arbeit. Architektur, Material, Energie, Wasser und Nutzung werden als miteinander verbundene Systeme betrachtet. Ein zentraler Forschungsbereich liegt in der Untersuchung klimatisch angepasster Architektur, nachhaltiger Bauweisen, lokaler Materialien, natürlicher Klimastrategien, erneuerbarer Energiesysteme und verantwortungsvoller Formen des Umgangs mit Ressourcen.
Die Entwicklung des Ortes selbst ist Teil des Forschungsprozesses. Renovierung, Aufbau und Weiterentwicklung der räumlichen Strukturen werden als praktische Untersuchung von Materialien, Techniken und Möglichkeiten einer zukunftsfähigen Gestaltung verstanden. Die eingesetzten Materialien, Prozesse und Erfahrungen werden dokumentiert und bilden eine Grundlage für weitere Entwicklungen. Internationale Residenzen bilden einen wesentlichen Bestandteil des zukünftigen Hubs. Künstler, Forschende und Menschen aus unterschiedlichen Bereichen können für begrenzte Zeiträume an diesem Ort leben und arbeiten. Die Auswahl orientiert sich an der Verbindung zwischen Person, Arbeitsweise und den jeweiligen Fragestellungen. Die Residenzen ermöglichen eine intensive Zusammenarbeit, in der individuelle Praxis, Austausch und gemeinsame Entwicklung miteinander verbunden werden.
Der Hub soll ein Ort des Lernens und der Weitergabe von Wissen werden. Menschen aus unterschiedlichen Bereichen und mit unterschiedlichen Erfahrungen können in die Entwicklungsprozesse einbezogen werden. Durch die Verbindung von praktischer Arbeit, Forschung und Reflexion entsteht ein Umfeld, in dem Wissen durch Erfahrung, Austausch und gemeinsame Arbeit weiterentwickelt wird. Unterschiedliche Formen von Wissen, handwerkliche Erfahrung, wissenschaftliche Erkenntnisse, künstlerische Praxis und individuelle Perspektiven treten miteinander in Beziehung und erweitern den gemeinsamen Prozess.

Die entstehenden Prozesse und Erkenntnisse werden dokumentiert und in einem Archiv gesammelt, das die Entwicklung des Projekts nachvollziehbar macht. Das Archiv sowie öffentliche Veranstaltungen am Ort ermöglichen den Zugang zu den entstandenen Arbeiten, Forschungsprozessen und Ergebnissen. Auf diese Weise wird Wissen bewahrt, weitergegeben und für zukünftige Entwicklungen zugänglich gemacht. Der Hub soll einen Raum für öffentlichen Dialog schaffen. Ausstellungen, Gespräche, Präsentationen und Veranstaltungen geben Einblick in die entstandenen Arbeiten, Forschungsprozesse und Erkenntnisse und öffnen den Austausch mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen.

Der Art, Research & Innovation Hub Studio Natasza Deddner befindet sich in der Phase der Entwicklung. Seine Realisierung soll schrittweise durch Planung, Zusammenarbeit, Forschung, künstlerische Arbeit und internationale Begegnungen entstehen. Als räumliche Erweiterung von Scholê Kosmía bildet der Hub einen Ort, an dem Wahrnehmung, Denken, Forschung und Gestaltung miteinander verbunden werden und neue Perspektiven auf Mensch, Gesellschaft und Umwelt entstehen können.